Maifelder Gespräch 11.2026
„Wenn das Volk trauert“
Herbstgedanken zum Volkstrauertag



„Späte Zeit“ nennt Peter Huchel dieses ungewöhnliche Herbstgedicht. Es ist keins von den melancholischen Trauerliedern, die wir kennen. Huchel verfällt diesen Ideen nur am Anfang. Dann aber beschreibt er das, was in der Natur geschieht, mit Bildern, die uns fremd erscheinen. „Des Waldes Pulverbrand“, die „Eicheln wie Patronen“, der Herbst als Schütze, der „leise Schüsse übers Grab“ abgibt, die „Totenkronen“ – Bilder vor allem aus dem Arsenal von Kriegswerkzeug, mit dem Menschen Gewalt ausüben.
Still das Laub am Baum verklagt.
Einsam frieren Moos und Grund.
Über allen Jägern jagt
hoch im Wind ein fremder Hund.
Überall im nassen Sand
liegt des Waldes Pulverbrand,
Eicheln wie Patronen.
Herbst schoss seine Schüsse ab,
leise Schüsse übers Grab.
Horch, es rascheln Totenkronen,
Nebel ziehen und Dämonen.

Huchel beschreibt menschliche Gewaltausübung. Das Naturgeschehen wird so zum politischen Bild. Und das Gedicht wird zur Klage – über das Seufzen und Stöhnen. Und dazu hat es wahrhaft schon Anlass genug geben.
„Über allen Jägern jagt hoch im Wind ein fremder Hund.“ Mit diesem „fremden Hund“ meint der Dichter den Hund aus der vorchristlichen Sagenwelt, der für Unterwelt, Nacht und Tod steht oder einer der drei Höllenhunde ist.
1933 ist das Gedicht erschienen. Da hatte Hitler längst die ganze Macht ergriffen, hatte Hetzjagden auf Sozialdemokraten, Gewerkschafter, Kommunisten, Juden und Christen und auf eigene Leute veranstaltet. Hitler, der Anstreicher, der sich als Werkzeug der Vorsehung ausgab und dessen Namen mit „H“ begann: „H“ wie „Hund“. Er soll Hunde mehr geliebt haben als Menschen.
Schon der Herbst 1933 war für politisch aufmerksame Menschen eine Zeit, in der sich schlimme Vorahnungen zu grausamen Gewissheiten steigerten. Es war eine „späte Zeit“ und Vorbote einer Endzeit, in der der Mensch selbst das Endgericht vollzieht. Wo „Nebel ziehen und Dämonen“, kann es keine ‚reinen‘, ‚unschuldigen‘ Naturbilder mehr geben. Unser eigenes Volk sah sich damals außerstande, die Nebel des Rassenwahns zu vertreiben und dem Dämon zu widerstehen. Mögen heute in anderen Gegenden „Nebel ziehen und Dämonen“, es bleibt für uns genug Anlass für einen ‚Volkstrauertag‘, auch nach 81 Jahren. Zum Glück hat er sich inzwischen von einem Tag des Gedenkens der Kriegstoten und Gewaltopfer aller Nationen und Religionen in den großen und kleinen Kriegen des 20. Jahrhunderts zu einem Tag der Bitte um Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung entwickelt. Auch heute haben wir eine „späte Zeit“. Auch heute sterben Menschen in Kriegen. Auch heute sterben Menschen an menschengemachten Naturkatastrophen und Hungersnöten. Auch heute droht der Verfall der Demokratie.
Auch Paulus spricht die späte Zeit an – mit Worten, die ganz sicher zu den großen Menschenworten gehören: „Das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden…; denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstet. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst … seufzen in uns selbst und sehnen uns nach der Kindschaft, der Erlösung unseres Leibes. Denn wir sind zwar gerettet, doch auf Hoffnung.“
Paulus spricht von der Freiheit der Kinder Gottes, die auch dazu führen kann, dass das Seufzen und Stöhnen aus den Mündern zu hören sein wird, denen Menschen das Reden verboten haben. Und das, was unterdrückt wurde, wird beginnen, sich zu wehren, wie etwa die Natur sich zu wehren beginnt und uns die Vergänglichkeit demonstriert. Der Klimawandel ist nur ein Beispiel dafür.
Doch Paulus sieht das alles, er sieht die Welt mit anderen Augen. Ein tolles Bild: Die Welt – ein Kreißsaal. Die ganze Schöpfung in den Wehen, aber es gibt noch keine Betäubungsmittel. Mensch und Tier, Baum und Blume, Wasser und Wind stöhnen und ächzen und erwarten das nahe Ende, ein Ende, das allerdings der Anfang des Lebens ist. Und es sieht fast so aus, als würde Paulus mitstöhnen. Denn wer an Gott, wer an Christus glaubt, der stöhnt und leidet an und in dieser Welt. Er sehnt das Ende herbei, das neues Leben möglich macht. Die Geburt bedeutet das Ende der alten Welt und das ersehnte Kommen der neuen Zeit, die wir das Reich Gottes nennen.
Dieses Reich kommt, wenn Menschen solidarisch werden mit denen, die leiden, denn dann werden sie aufhören, ohne Rücksicht zu herrschen. Sie werden ihren Mitmenschen, werden der Mit-Kreatur und der Mit-Pflanzenwelt Raum geben und Leben gegen den Tod setzen. Und Verzweiflung wird sich umkehren in Hoffnung.
Diese Hoffnung ist nicht nur eine Hoffnung, die auf Erfüllung im Jenseits abzielt. Wir hoffen vor allem auch für diese Welt. Und wir hoffen mit Geduld, damit wir nicht wegen unserer überhasteten Aktionen noch mehr Unrecht schaffen. Es ist „späte Zeit“. Doch mit allen die sich einsetzen, und mit den Worten von Dietrich Bonhoeffer, der sich eingesetzt hat, hoffen und erwarten wir „in der Mitte der Nacht den Anfang eines neuen Tags“.
Bernhard Wibben



Alle wichtigen Termine finden Sie wie immer in unserem Kalender.
VORANKÜNDIGUNG: Am 1., 3. und 4. Adventssonntag nach dem Gottesdienst Verkauf von Mar-
melade und Socken zugunsten unserer Partnerorganisationen Ekupholeni und Sophiatown CPS.
Am 2. Adventswochenende sind wir mit einem Verkaufsstand auf dem Mörzer Weihnachtsmarkt.
Download als PDF – Newsletter der ev. Kirchengemeinde Maifeld Nov. 2026
Gemeindebericht 2026

Gemeindebericht 2026 der Evangelischen Kirchengemeinde Maifeld
Zusammenkommen. Weitergehen.
„Kommt, lasst uns hinaufziehen, zum Berg des HERRN […], dass er uns aufgrund seiner Wege belehrt und wir auf seinen Pfaden gehen. (Micha 4,2)
1. Wo stehen wir?
1.1 Unser Ausgangspunkt
In unserer Gemeinde beschreibt unsere Gemeindekonzeption (https://www.evkm.org/gemeindekonzeption/) unseren Ausgangspunkt sehr deutlich: ökumenische, prophetische und diakonische Gemeinde zu sein. Vieles hat sich bewährt und ist bewahrenswert. Gleichzeitig versuchen wir, neue Wege kirchlicher Präsenz zu gehen.
Die Übergangsphase im Pfarramt mit dem Eintritt des langjährigen Pfarrers in den Ruhestand im Juli 2024 ist mit der Neubesetzung der Pfarrstelle zum 1. Februar 2026 formal abgeschlossen. Zugleich merken wir, dass wir uns weiter in der natürlichen Übergangsphase befinden, die ein solcher Wechsel in einer Gemeinde mit sich bringt. Wir sind hier gemeinsam auf einem guten Weg.
Die gesellschaftlichen Entwicklungen verändern nicht nur Strukturen und Lebensbedingungen, sondern auch die Stimmung, in der Menschen leben. Unsicherheit, Zukunftssorgen und Ängste nehmen Raum ein. Vertrautes ist nicht mehr selbstverständlich. Das wirkt sich auch darauf aus, was Menschen von ihrer Kirche/Gemeinde erwarten und brauchen. Kirche/Gemeinde kann diese Entwicklungen nicht lösen. Aber sie kann ein Ort sein, an dem Menschen mit ihren Sorgen und Fragen nicht allein bleiben.
Unser Erprobungsraum „Neue Wege kirchlicher Präsenz“: Mit Bauwagen und Spielmobil werden neue Formen der Begegnung und gemeindeübergreifender Zusammenarbeit erprobt, wie wir als Gemeinde auch außerhalb der vertrauten Strukturen und Orte präsent sein können.
Unsere „Orte der Bestätigung“ wie Gemeindegottesdienste, die vielfältigen gemeindlichen und nichtgemeindlichen Gruppen und Kreise, Ausschüsse, Dienstgemeinschaft und Gemeindeleitung sind stabile und verlässliche Zeichen für unsere Gemeinde als „Haus mit offenen Türen“.
In dieser großen Kontinuität, in der von vielen wesentliche Impulse für unsere inhaltliche Profilierung ausgehen, erleben wir gleichzeitig eine Spannung, die für unsere Gemeinde zunehmend bestimmend wird: Wir werden sukzessive kleiner, aber wir sind nicht weniger lebendig.
1.2 Gelingendes
Eine unserer größten Stärken ist, dass viele Menschen sich weiterhin beteiligen. Gemeinde wird bei uns nicht nur von haupt- und nebenamtlich Verantwortlichen oder dem Presbyterium gestaltet. Viele Menschen übernehmen Verantwortung, gestalten Gottesdienste, arbeiten mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, tragen Gruppen und Kreise und bringen ihre Fähigkeiten ein.
Unsere Gottesdienstkultur ist vielfältig. Die Gottesdienste werden von sechs predigenden Menschen sowie von unterschiedlichen Gruppen mit Von-uns-für-euch Gottesdiensten gestaltet; dazu gibt es Familiengottesdienste als neue Form. Die Zahl der Gottesdienstbesucher*innen ist stabil. Die hohe Beteiligung an den Adventsandachten und Frühschichten zeigt beispielsweise, dass Menschen Räume suchen, in denen Glaube, Gemeinschaft und persönliche Besinnung ihren Platz haben.
Dass unser Spiritual Chor im vergangenen Jahr und unser Blockflötenensemble „viva la musica“ in diesem Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum gefeiert haben bzw. feiern, steht für gelebte Kontinuität und für die Freude am gemeinsamen Musizieren. Mensch kommen zusammen, bringen ihre musikalischen Fähigkeiten ein und gestalten Gemeinschaft. Für uns ist Musik dabei mehr als ein schönes Element im Gemeindeleben: Musik ist auch Verkündigung – sie kann Glauben ausdrücken und Menschen auf eine andere Weise erreichen als Worte.
Auch in der Arbeit mit Jugendlichen erleben wir diese Bereitschaft zur Beteiligung. Die Konfirmand*innenarbeit macht Freude, und viele Jugendliche bleiben auch nach der Konfirmation interessiert und bringen sich als Mitarbeitende in der Konfirmand*innenarbeit und an anderen Stellen ein.
Zu unseren Stärken gehört außerdem, dass unsere Gemeinde nicht bei sich selbst stehen bleibt. Ökumene ist für uns selbstverständlich. Die Zusammenarbeit mit katholischen Kolleg*innen, Kindertagesstätten, Schulen, den Caritas-Werkstätten und anderen Einrichtungen schafft Verbindungen über die eigene Gemeinde hinaus. Auch im Bereich der Trauerbegleitung arbeiten wir punktuell ökumenisch zusammen.
Dabei verändert sich die Form ökumenischer Zusammenarbeit. Wo personelle Ressourcen geringer werden, wird es erwartbar zunehmend darum gehen, uns bei bleibender gemeinsamer Verantwortung gegenseitig zu vertreten, statt Aufgaben immer mit zwei Hauptamtlichen aus zwei Kirchen zu besetzen.
Ökumene bedeutet auch das Bekenntnis zur Philippinenpartnerschaft unseres Kirchenkreis. Dieses Jahr stand wieder ein Besuch auf den Philippinen an. An dieser Reise konnte unser Pfarrer i.R. Ingo Schrooten als Teil des Dreierteams teilnehmen. Mit vielen Eindrücken und Bildern hat er uns im Anschluss einen Einblick in das Leben und den Glauben unserer philippinischen Geschwister gegeben und Impulse gesetzt. Deutlich wurde: Wir sind weiter auch als Kirche/Gemeinde in einer privilegierten Situation. Das diesjährige Jahresprogramm der United Church of Christ in the Philippines (UCCP) „Walking with Jesus – journeying with the Anawim“ (mit Anawim sind in den Philippinen gemeint: Indigene, Frauen, Bauern, Queere und Fischer) kann und soll uns nicht nur Vorbild sein, sondern passt auch zu unserem Verständnis, dass Gott sich an der Seite der Kleinen und Ausgegrenzten positioniert hat.
Zu unserem Profil gehört auch die gesellschaftliche Verantwortung. Das Gedenken an die Reichspogromnacht gemeinsam mit dem Förderverein Synagoge und den katholischen Geschwistern und unter Beteiligung unserer Konfirmandinnen und Konfirmanden ist für uns unverzichtbar. Ebenso unverzichtbar sind die monatlichen Mahnwachen für Menschlichkeit und Toleranz im Rahmen des „Bündnis für Vielfalt“ auf dem Marktplatz in Polch. Zum ersten Mal in diesem Jahr haben sich auch einige aus unserer Gemeinde aufgemacht und sich am CSD Koblenz beteiligt. Sie zeigen, dass unser Glaube nicht von der Welt getrennt ist, sondern Konsequenzen für unser Handeln hat.
Unser Gemeindezentrum ist ein offener Ort. Es ist nicht nur Raum für die eigenen Gruppen und Veranstaltungen, sondern wird von unterschiedlichen Menschen und Initiativen genutzt. Flüchtlingshilfe, Repair Café, Angebote der Frühen Hilfen, Selbsthilfegruppe für Menschen mit Depressionen, Kultur und Musik finden hier ihren Platz.
In „unserer“ Fachstelle Frühe Hilfen, in Mitträgerschaft mit dem Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr und gefördert vom Kreis Mayen-Koblenz, leisten die Mitarbeitenden weiterhin unverzichtbare und wertvolle Arbeit für Familien mit Kindern von 0 bis 3 Jahren auf dem Maifeld und im Bereich des Caritasverbandes.
1.3 Herausforderungen
Unsere Gemeinde, seit jeher Diasporagemeinde, wird allmählich kleiner. Das zeigt sich an verschiedenen Stellen und betrifft auch Formen, die lange selbstverständlich waren. So erreicht zum Beispiel aktuell der Kindergottesdienst weniger Kinder als früher. Bei Taufen und Beerdigungen sind die Zahlen zurückgegangen, Trauungen bewegen sich weiterhin auf niedrigem Niveau. Diese Entwicklungen sind Teil einer gesellschaftlichen Veränderung, die auch an unserer Gemeinde nicht vorbeigeht.
Gleichzeitig sind die zeitlichen Möglichkeiten vieler Menschen begrenzter geworden. Beruf und Familie haben zu Recht einen hohen Stellenwert. Die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen bringen zusätzlich Unsicherheit, Zukunftssorgen und Ängste mit sich. Das kann Menschen belasten und die Möglichkeiten für weiteres Engagement verändern.
Daraus ergibt sich die Aufgabe, genau hinzusehen: Was brauchen Menschen, die sich beteiligen möchten, damit sie dies auch können? Und wie können wir Menschen ansprechen, um sie für ehrenamtliches Engagement zu interessieren? Wie müssen Aufgaben verteilt und organisiert werden, damit Verantwortung gut getragen werden kann?
Besonders deutlich wird das bei den Aufgaben, die für das Funktionieren einer Gemeinde notwendig sind, aber kaum sichtbar werden: Verwaltung, Arbeitsschutz, Gebäudebedarfsplanung, und die Sorge um unsere Gebäude und den Boden, auf dem sie stehen. Der längerfristige Ausfall unseres für die Gebäude verantwortlichen Mitarbeiters und die weiterhin nicht besetzte Küsterstelle zeigen, dass wir für bestimmte Aufgaben verlässliche Strukturen brauchen. Die Notfallabschaltung unserer Heizung im Frühjahr und immer wieder auftauchende Probleme bei Wasserleitungen haben zudem deutlich gemacht, dass unsere Gebäude aufgrund des Alterungsprozesses derzeit erhöhte Aufmerksamkeit benötigen.
Unsere Möglichkeiten, Neues auszuprobieren, sind davon abhängig. Neue Ideen brauchen nicht nur gute Einfälle, sondern Menschen mit Zeit und Kraft, die sie entwickeln, vorbereiten und umsetzen. Unser Raum dafür ist aktuell begrenzt. Das ist kein Grund zur Klage, sondern eine realistische Feststellung: Veränderung braucht Ressourcen.
2. Wo wollen wir hin?
Wir wollen das, was unsere Gemeinde ausmacht, unter den sich verändernden Bedingungen weiterleben und so manchen unguten Veränderungen in der Welt aktiv widerstehen.
Dabei steht für uns unser Glaube im Mittelpunkt. Wir verstehen uns als Gemeinde in der jüdisch-christlichen Tradition. Aus ihr leben wir, aus ihr beziehen wir unsere Hoffnung und unseren Auftrag. Gottesdienste, Verkündigung, Seelsorge und die unterschiedlichen Formen, in denen Menschen miteinander über Glauben und Leben ins Gespräch kommen, gehören deshalb zum Kern unserer Gemeinde. Dieses Fundament ist für uns unverzichtbar.
Wenn wir danach fragen, was Menschen heute von Kirche/Gemeinde erwarten dürfen, geht es deshalb nicht zuerst um möglichst viele Veranstaltungen und Angebote. Menschen brauchen Räume für Spiritualität und Glauben. Sie brauchen Halt und Vertrauen, Gemeinschaft und Lebendigkeit, Sicherheit und Stabilität. Unsere Gemeinde soll ein Ort sein, an dem Menschen Verlässlichkeit erfahren, miteinander ins Gespräch kommen und aus ihrem Glauben heraus Hoffnung finden, wobei auch Fragen und Zweifel ihren Raum haben.
Wir wollen offen dafür bleiben, wie kirchliche Präsenz künftig aussehen kann und wo Menschen mit Kirche/Gemeinde in Kontakt kommen können.
Wir wollen deshalb eine Gemeinde bleiben, die offen ist für unterschiedlichste Menschen und unterschiedliche Formen der Beteiligung. Wir wollen unseren Glauben erkennbar leben, gesellschaftlich verantwortlich handeln und ökumenisch verbunden bleiben. Wir wollen dort präsent sein, wo Menschen leben, und zugleich ein verlässlicher Ort für die Menschen sein, die zu uns gehören.
3. Wie erreichen wir unsere Ziele?
Ein Schlüssel ist, die Erfahrungen aus dem Erprobungsraum „Neue Wege kirchlicher Präsenz“ für die weitere Entwicklung unserer Gemeinde zu nutzen und weiterzudenken. Die Frage wird sein, welche Erfahrungen und Formen auch nach dem Ende der Förderung tragfähig sind und was dafür an personellen, zeitlichen und finanziellen Ressourcen benötigt wird. Eine entsprechende Konzeption ist in Arbeit.
Auch unsere jüdisch-christliche Tradition soll nicht nur ein Bestandteil unseres Selbstverständnisses bleiben, sondern unser konkretes Gemeindeleben prägen: in Gottesdiensten und Verkündigung, in Bildungs- und Gesprächsangeboten, in unserem Verhältnis zum Judentum und in unserem gesellschaftlichen Engagement. Das Gedenken an die Reichspogromnacht und die monatlichen Mahnwachen sind dafür wichtige Ausdrucksformen.
Ein wichtiger Schlüssel ist der Umgang mit dem Ehrenamt. Ehrenamtliches Engagement ist ein wesentlicher Teil unseres Gemeindelebens und verdient Wertschätzung. Gemeinde lebt davon, dass Menschen sich beteiligen und ihre unterschiedlichen Fähigkeiten nach ihren Möglichkeiten einbringen. Dafür brauchen wir gute Kommunikation, gegenseitiges Verständnis und Verlässlichkeit. Es braucht aber auch Ehrlichkeit darüber, wenn jemand an Leistungsgrenzen stößt. Das gilt für alle, die Verantwortung in unserer Gemeinde übernehmen, auch für das Presbyterium.
Es geht darum im Blick zu behalten, was zu unserem Auftrag und Profil passt, was mit unseren Kräften machbar ist und gegebenenfalls für Entlastung zu sorgen. Dazu gehört die Bereitschaft, Dinge zu lassen oder sie anders zu organisieren. Der Kindergottesdienst ist dafür ein Beispiel. Wir versuchen zunächst, mit einer anderen Frequenz und aktiverer Werbung auf die veränderte Situation zu reagieren.
Es bleibt unsere Aufgabe, Menschen auf ehrenamtliches Engagement hin anzusprechen, damit weiter viele Menschen, mit ihrer Kreativität, ihrem Können und ihrem Wissen unser Gemeindeleben aktiv und vielfältig mitgestalten.
Unser Weg wird deshalb weiterhin ein Weg des Ausprobierens sein. Wir werden Bewährtes erhalten, Neues versuchen, manches verändern und möglicherweise auch etwas lassen müssen. Nicht jede Veränderung wird sofort die richtige Antwort sein.
Dabei können wir auf etwas bauen, das unsere Gemeinde seit Jahren auszeichnet: Menschen, die sich einbringen, eine klare Vorstellung davon, wofür wir als Gemeinde stehen, die Verwurzelung in unserer jüdisch-christlichen Tradition, ökumenische Verbundenheit und die Bereitschaft, Verantwortung für die Menschen und unsere Gesellschaft zu übernehmen.
Zusammenkommen. Weitergehen.
Das ist die Haltung für unseren weiteren Weg. Wir müssen heute noch nicht wissen, wie Gemeinde in einigen Jahren aussehen wird. Aber wir wollen gemeinsam danach suchen, wie unsere Gemeinde unter den Bedingungen unserer Zeit lebendig, offen, verlässlich und erkennbar bleiben kann.
Verfasst von Pfarrerin Susanne Albrecht – Beschlossen und dem Kreissynodalvorstand vorgelegt am 15.09.2026 in der Gemeindeversammlung vom 27.09.2026 Diskutiert.
Konfirmation 2027
Infobrief 1 zur Konfirmation 2026/27
Liebe Jugendliche, liebe Eltern!
Mit unserem Brief wenden wir uns an Euch und an Sie, um auf den zukünftigen Konfirmand*
innenunterricht unserer Gemeinde aufmerksam zu machen und dafür zu werben. Jede und jeder ist bei uns herzlich willkommen! Wer sich noch unsicher ist, gerne auch erst einmal zum „Reinschnuppern“!
Wir schreiben alle evangelischen Jugendlichen bzw. alle nicht getauften Jugendlichen an, deren Erziehungsberechtigte (z.T.) evangelisch sind, die bis zum 31.08.2026 dreizehn Jahre alt werden, und die im Bereich der Evangelischen Kirchengemeinde Maifeld wohnen.
Ihr Jugendliche seid mit großen Schritten auf dem Weg, erwachsen zu werden. Ihr seid keine Kinder mehr. Ihr seid Mitglied der Evangelischen Kirche und unserer Kirchengemeinde, weil eure Eltern sich entschieden haben, euch als Kinder zu taufen. Und wenn ihr nicht getauft seid, wollen wir Euch genauso mit diesem Brief ansprechen und einladen. Es geht jetzt um eure eigene Entscheidung.
Gibt es Gott denn überhaupt? Und wenn, was ist ihm wichtig und wofür steht er? Und was bedeutet das für die, die nach ihm fragen und ihm vertrauen wollen? Wenn ihr euch diese Fragen stellt, dann seid ihr bei uns richtig.
Der Konfirmand*innenunterricht ist kein normaler Unterricht und ganz sicher nicht wie Schule. Wir verstehen ihn als Entdeckungsreise. Wir gehen dem nach, was über Gott und Jesus erzählt wird und wollen dem auf die Spur kommen, was das bedeutet – für uns ganz persönlich, aber auch für unser Leben in dieser Welt. Das Erleben von Gemeinschaft spielt dabei für uns eine sehr wichtige Rolle. In einer kurzen, aber intensiven Zeit direkt nach den Sommerferien bis Pfingsten nächstes Jahr seid ihr zwei Stunden am Dienstagnachmittag (in der Schulzeit), an zwei Samstagen und an zwei Wochenenden miteinander beschäftigt.
Eure „Lehrer*innen“ sind dabei vor allem jugendliche Mitarbeiter*innen, die mit mir zusammen den Unterricht vorbereiten.
Wir raten Euch, probiert es einfach aus. Nach unserer Erfahrung sind die meisten Jugendlichen nach dieser Zeit traurig, dass sie jetzt vorbei ist. Und es ist immer möglich, während dieser Zeit auszusteigen, wenn Ihr merkt, dass das Ganze nicht Eurer Ding ist.
Die Konfirmation ist der Abschluss. Sie ist ein großer, feierlicher Gottesdienst und eine sehr wichtige Feier in eurer Familie. Sie ist die Bestätigung, dass Ihr auch als (nahezu) Erwachsene weiter auf dem Weg seid, nach Gott zu fragen und ihm vertrauen zu wollen.
Ich hoffe, ich habe Euch neugierig gemacht.
Eine frühzeitige Anmeldung mit dem beiliegenden Anmeldebogen ist möglich.
Spätestens geschieht die Anmeldung in der ersten Unterrichtsstunde zum Kennenlernen am Dienstag, den 11. August 2026, von 17.00 – 19.00 Uhr, im Evangelischen Gemeinde–zentrum. Gleichzeitig ist dies der Informationsnachmittag für die Eltern.
An diesem Tag unterschreiben die Eltern, die Konfirmand*innen und die Gemeindeleitung eine „Verbindliche Verpflichtung“: Die Gemeindeleitung bestätigt, dass die Liste der Termine für den Unterricht vollständig ist bzw. Änderungen frühzeitig bekannt gegeben werden, so dass eine langfristige Planung möglich ist. Die Konfirmand*innen und die Eltern verpflichten sich, alle Termine des Unterrichts (einschließlich Seminartagen und -wochenenden), den ökumenischen Gottesdienst anlässlich des Reichspogromgedenkens, den Vorstellungs-gottesdienst und den Gottesdienstbesuch einmal im Monat wahrzunehmen.
Alle wichtigen Informationen und aktuell bekannten Termine findet ihr und finden Sie auch auf dem beiliegenden Blatt.
Wir, die Evangelische Kirchengemeinde Maifeld, freuen uns auf alle unsere neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden!
Und: macht dieses Angebot gerne im Freundeskreis bekannt, wir haben nicht unbedingt alle Adressen und Kontakte.
Mit lieben Grüßen im Namen des Teams!
Susanne Albrecht, Pfrin.
P.S. Weitere Infos und Rücksprache immer gerne im Gemeindebüro bei Frau Kathrin Seul, Gemeindesekretärin (02654/96417-0; kathrin.seul@ekir.de) oder Frau Susanne Albrecht, Pfarrerin (susanne.albrecht@ekir.de).
Traumjob Küster*in – trotz Sonntagsarbeit?
Traumjob Küster*in – trotz Sonntagsarbeit?

Die evangelische Kirchenngemeinde im Maifeld sucht eine Küster*in zum nächstmöglichen Zeitpunkt, um Ihnen vorab schon einen Einblick zu geben hat Annegret Klasen einen Bericht über ihre Tätigkeit als Küsterin in unserer Gemeinde geschrieben. Sie können sich gerne im Zuge des Sonntagsgottesdienstes an die Pfarrerin oder einen anwesenden Presbyter wenden. Natürlich freuen wir uns auch über Bewerbungen per E-Mail an maifeld@ekir.de.
Über 12 Jahre war ich als Küsterin in unserer Kirchengemeinde tätig. Das war eine erfüllende Aufgabe. An diese Zeit habe ich viele schöne Erinnerungen. Ich bin vielen Menschen begegnet. Immer wieder kam es zu intensiven Gesprächen. Es ist ein Unterschied, ob ich hin und wieder bestimmte Gemeindeglieder im Gottesdienst treffe oder ob ich fast jeden Sonntag an der Tür stehe, die Menschen begrüße und ihnen die Gesangbücher gebe. Manchmal ist die Küsterin der niedrigschwelligere Anlaufpunkt für ein Anliegen, mit dem jemand sich nicht gleich an den/die Pfarrerin wenden möchte. Darum ist Verschwiegenheit ganz wichtig.
Der Kirchraum in unserem Gemeindezentrum war für mich der zentrale Ort. Für den Gottes-dienst habe ich den Altar hergerichtet, das zum Kirchenjahr passende Antependium aufgehängt, Blumen hingestellt, das Abendmahlsgeschirr vorbereitet. Während ich am Samstagnachmittag ganz allein im Kirchraum war, alles für den Gottesdienst am nächsten Morgen vorbereitete und das Licht durch die bunten Glasfenster fiel, habe ich eine ganz besondere Atmosphäre gespürt.
Zum Küsterinnendienst gehört der„Haushüterdienst“ (Küster, lateinisch custos = Wächter, Hüter), d.h. darauf zu achten, dass in den kirchlichen Räumen Ordnung herrscht. Für die Putzarbeiten haben wir zwei Reinigungskräfte angestellt. Weiter ist gelegentlich einzukaufen und – ganz wichtig – das Kirchcafe nach jedem Gottesdienst vorzubereiten. Viele Gottesdienstbesucherinnen sitzen noch eine Zeitlang zusammen und kommen miteinander ins Gespräch. Für viele Gemeinde-glieder ist das ein fester Bestand-teil ihres sonntäglichen Kirchenbesuchs.
Und dann ist da noch das „Muskelaufbautraining“. Da unser Gemeindezentrum keine Kirchenbänke, sondern Stühle hat, müssen diese vor dem Gottesdienst gerade gerückt werden.
In der Küsterordnung der Ev. Kirche im Rheinland heißt es: „Der Küster übt ein kirchliches Amt aus. Er dient und hilft der Verkündigung, insbesondere im Gottesdienst, bei Amtshandlungen und anderen Veranstaltungen der Kirchengemeinde.“ Deshalb ist es auch vorgeschrieben, dass ich als Küsterin evangelisch sein muss. Der Dienst an Sonn- und evangelischen kirchlichen Feiertagen ist die wohl wichtigste Unterscheidung zu den meisten anderen Berufen. Aber am Sonntagmittag ist der Dienst beendet und ich habe frei. Karfreitag, Ostersonntag, Christi Himmelfahrt, Heiligabend und der 2. Weihnachtsfeiertag sind in unserer Gemeinde Arbeitstage für Küsterinnen. Freie Feiertage sind: Ostermontag, Pfingstmontag und der 1. Weihnachtsfeiertag, es finden keine Gottesdienste statt, sowie Pfingstsonntag, wir feiern wir den Konfirmationsgottesdienst in der Stiftskirche Münstermaifeld. Reformationstag, Buß- und Bettag und Silvester sind Werktage mit Abendgottesdiensten.
Neben 6 Wochen Urlaub im Jahr gibt es pro Quartal ein freies Wochenende. In unserer Kirchengemeinde gibt es viele engagierte Ehrenamtliche, die auch für eine Küsterinnenvertretung ansprechbar sind. Wenn also einmal ein wichtiger privater Termin anliegt, sprechen Sie uns an, wir bemühen uns gern um eine Lösung. Um eine Entlastung von der Sonn- und Feiertagsarbeit zu ermöglichen, können wir uns auch vorstellen, die Küsterinnenarbeit auf 2 Personen zu verteilen. Das erfordert natürlich eine verlässliche Absprache zwischen beiden.
Weitere Auskünfte erhalten Sie bei Pfarrerin Susanne Albrecht, Tel. 02654-9641712 oder bei Frau Annegret Klasen,
Tel. 02654-1098.
Wenn Sie Lust bekommen haben, Teil unserer Dienstgemeinschaft zu werden und unsere Gemeinde mitzugestalten, dann freuen wir uns auf Ihre Bewerbung.
Annegret Klasen
und Susanne Albrecht
Gemeindeseite 43 – 2025 – Unsere Bibel

Unsere Bibel – Ein Wochenende der Konfirmand*innen in der Geringer Mühle
Ein ganzes Wochenende lang stand für unsere 15 Konfirmandinnen und bis zu 14 Mitarbeiterinnen die Bibel im Mittelpunkt. Sie ist Grundlage und Quelle unseres christlichen Glaubens – und fester Bestandteil des Konfirmand*innenunterrichts.
In den biblischen Schriften wird das Geschehen zwischen Gott und den Menschen bezeugt. In diesem Sinn ist sie „Wort Gottes“ – und es gilt, sie immer wieder neu zu entdecken. Die Worte der Bibel können uns Orientierung bieten, Kraft schenken, Trost spenden, Mut machen und Hoffnung geben.
Wir können darin erfahren, dass Gott uns begegnet und zu uns spricht.
Gemeinsam machten wir uns auf den Weg, dieses besondere Buch besser kennenzulernen – und zu entdecken, was es mit unserem eigenen Leben zu tun hat.
Zu Beginn gab es einen Überblick:
Wie alt ist die Bibel eigentlich? Wie ist sie aufgebaut? Welche Bücher gehören zum Alten und Neuen Testament?
Mit kleinen Übungen, Spielen und anschaulichen Beispielen wurde deutlich: Die Bibel ist kein Buch wie jedes andere, sondern eine Sammlung von Geschichten, Liedern, Briefen und Schriften – entstanden über viele Jahrhunderte hinweg.
Besonders kreativ wurde es, als die Jugendlichen eigene Bibelregister anlegten, um sich besser zurechtzufinden, und ihre Bibeleinbände persönlich gestalteten – farbenfroh, individuell, lebendig. So wurde die Bibel zu einem ganz persönlichen Begleiter.
Ein Höhepunkt war die Gestaltung einer Schriftrolle, die ein Stück biblische Kultur lebendig machte und zeigte, wie Texte damals aufbewahrt und weitergegeben wurden.
In einer stillen Andacht zu Psalm 139 wurde es sehr persönlich: Der Text machte bewusst, dass jeder Mensch in den Augen Gottes einzigartig und wertvoll ist. Gott kennt uns, begleitet uns liebevoll und behütet unser Leben – eine Botschaft, die viele Jugendliche tief berührte.
Natürlich kam auch die Gemeinschaft nicht zu kurz: gemeinsame Mahlzeiten, Spiele und viel Zeit zum Miteinander sorgten für eine fröhliche, vertrauensvolle Atmosphäre.
Das Seminarwochenende hat gezeigt: Die Bibel ist keine verstaubte Schrift, sondern eine lebendige Quelle.
Sie erzählt von Gott und von Menschen – und davon, wie beides untrennbar miteinander verbunden ist.
Genau das konnten unsere Konfirmand*innen erleben und für sich entdecken.
Susanne Albrecht

Unser neuer Küster stellt sich vor
Liebe Gemeinde,
mein Name ist Marcel Wünsche, ich bin 42 Jahre alt und wohne in Welling.
Im Anschluss an einen der Gottesdienste erfuhr ich, dass die Stelle des Küsters neu zu besetzen sei – und für mich kam diese Nachricht genau zum richtigen Zeitpunkt in meinem Leben.
Ich freue mich sehr, dass ich aktuell mehr Zeit habe, mich in den Dienst unserer Gemeinschaft zu stellen. Die Stelle des Küsters habe ich bereits am 1. Oktober 2025 angetreten.
An dieser Stelle möchte ich meiner Vorgängerin Erika Weber herzlich danken, die mich liebevoll in die vielfältigen Aufgaben eingeführt hat.
Besonders freue ich mich darauf, mit Ihnen und euch ins Gespräch zu kommen. Dafür stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung – meine Kontaktdaten werden in Kürze bekannt gegeben.
Ich hoffe, meine organisatorischen und handwerklichen Fähigkeiten gut einbringen zu können.
In meiner Freizeit engagiere ich mich in der Freiwilligen Feuerwehr Welling. Zu meinen Hobbys gehören Sport und Wandern, und das Angeln mit Johann darf natürlich auch nicht fehlen.
Mein Konfirmationsspruch (Anno 1996) lautet:
„Unser Herr Jesus Christus aber tröste eure Herzen und stärke euch in allem guten Werk und Wort.“
(2. Thessalonicher 2,16–17)
Ich hoffe, dieser Spruch wird mich in meiner neuen Tätigkeit führen und begleiten.
Marcel Wünsche
Gemeindeseite KW 41 – 2025 – Mama-Auszeit – Zeit für mich
Mama-Auszeit – Zeit für mich
Alltag zwischen Liebe und Erschöpfung
Mutter zu sein bedeutet unendlich viel Liebe, Verantwortung und Fürsorge. Gleichzeitig bringt das „Mama-Sein“ eine Vielzahl an Herausforderungen mit sich: schlaflose Nächte, kaum Pausen, permanente Erreichbarkeit und das Gefühl, ständig funktionieren zu müssen. Oft geraten dabei die eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund.
Genau hier setzt die Mama-Auszeit an – ein Angebot für Mütter mit Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren, die sich bewusst Zeit für sich selbst nehmen möchten.
Raum für Erholung und Begegnung
Die Abende möchten einen geschützten Raum bieten – für Erholung, Kreativität und Begegnung. Während eine vertraute Bezugsperson das Kind zu Hause betreut, dürfen die Mütter in den Austausch mit Gleichgesinnten treten und Kraft schöpfen.
In kreativen Einheiten sowie durch entspannende Impulse entstehen kleine Inseln der Ruhe im oft turbulenten Alltag. Wer die eigenen Wünsche und Bedürfnisse wieder in den Blick nimmt, findet Zugang zu neuer Energie und innerer Stärke.
Elternschaft als gesellschaftliche Aufgabe
Die Mama-Auszeit ist mehr als ein Wohlfühlabend – sie macht sichtbar, dass Elternschaft nicht nur privat, sondern auch gesellschaftlich bedeutsam ist.
Care-Arbeit wird überwiegend von Frauen getragen und bleibt dennoch häufig unsichtbar. Auch Fragen der Vereinbarkeit – etwa Betreuungsangebote, Arbeitszeiten oder gesellschaftliche Erwartungen – prägen, wie Eltern ihr Leben gestalten können.
Der Druck, „alles gleichzeitig“ leisten zu müssen, ist dabei ein Thema, das viele kennen. Elternsein fordert auf verschiedenen Ebenen heraus.
Deshalb braucht es Orte, die mentale Gesundheit, Entlastung und Austausch in den Mittelpunkt stellen und zeigen: Gute Rahmenbedingungen für Familien sind keine Privatsache, sondern ein gesellschaftlicher Auftrag.
Gemeinsam gestalten und wachsen
Die Treffen werden von Isabel Schönig (Fachstelle Frühe Hilfen) und Julia Mick gestaltet.
Neben kreativen Impulsen ist Raum für Themen, die die Teilnehmerinnen selbst einbringen möchten. So entsteht ein lebendiger Ort, an dem persönliche Stärkung, gegenseitige Unterstützung und gesellschaftliche Fragen ineinandergreifen.
Denn wer gut für sich sorgt, kann auch für andere da sein – und gleichzeitig sichtbar machen: Elternschaft und Care-Arbeit sind Aufgaben, die wir als Gesellschaft gemeinsam tragen müssen.
Unser nächstes Treffen:
📅 4. November 2025: „Auf der Suche nach dem Glück“
📅 9. Dezember 2025: „Buch binden“
📍 jeweils im Evangelischen Gemeindezentrum Polch, 19:30–21:30 Uhr
📞 Anmeldung: Isabel Schönig, 0170 5854017
📧 schoenig-i@fruehehilfen-myk.de



Gemeindeseite KW40 – 2025

Jesus Christus spricht:
„Das Reich Gottes ist mitten unter euch.“ (Lukas 17,21)
Gedanken zum Monatsspruch Oktober 2025
Die Pharisäer fragen Jesus danach, wann, wo und wie denn das Reich Gottes kommen wird.
Jesus antwortet ihnen: „Es ist schon da, es ist mitten unter euch.“
Anscheinend haben die Pharisäer keinen Blick dafür – oder die Merkmale für die Existenz des Reiches Gottes sind in diesem Moment weder sichtbar noch spürbar.
Jesus bleibt versöhnlich. Er erklärt, dass das Reich Gottes ohne äußere Kennzeichen kommt: „Man wird auch nicht sagen: Siehe, hier!, oder: Da!“ – aber es ist da, schon jetzt.
Diese Frage der Pharisäer liegt auch mir derzeit auf der Zunge:
Wo, in all den Kriegen, in all dem Hunger dieser Welt, in all den Gewalttaten auf den Straßen und in den Häusern, wird erkennbar, spürbar und erlebbar, dass es das Gute, dass es Gott, sein Reich und seine Herrschaft schon jetzt gibt?
Natürlich weiß ich, dass wir auf dem Weg in dieses Reich sind.
Umso mehr leide ich unter all den Irrwegen und Untaten, die uns davon abbringen – von diesem Weg in eine Zukunft ohne Angst, ohne Leid, ohne Gewalt, ohne Hass und ohne Fremdenfeindlichkeit.
Ich frage mich, wie ich Auswege aus diesem Irrsinn der Irrwege finde.
Und was sagt Jesus dazu?
Das Reich Gottes gibt es schon – mitten unter uns, auch im Jahr 2025.
Vielleicht wird unser Blick auf das Gute durch all das Negative versperrt, das wir täglich hören, lesen und erleben.
Vielleicht aber müssen wir einfach unseren Blick und unsere Sinne schärfen für all den Mut und die Hoffnung, die viele Menschen befähigen, sich gegen Unrecht und Leid zu stellen.
Mutlosigkeit verträgt sich nicht mit dem Christentum.
Wenn Jesus sagt, dass das Reich Gottes schon mitten unter uns existiert und wirkt, dann soll uns das ermutigen, uns dafür einzusetzen, dass dieses Reich auch erlebbar wird – und alles zum Guten kehrt und Hoffnung schenkt.
Dafür brauchen wir Weggenossinnen und Weggenossen – Menschen, die mit uns für die Verwirklichung einer besseren, gottgewollten Welt eintreten. Menschen, die mit den Augen der Nächstenliebe durchs Leben gehen. Menschen, die auf Grundlage der Bibel nach Gottes Willen fragen.
„Will Gott das, was wir sehen, erleben und erkennen?“
Wenn die Antwort der Bibel Ja lautet, sollten wir es unterstützen.
Wenn die Antwort Nein lautet, müssen wir uns dagegen wehren.
Gottes Reich ist tatsächlich mitten unter uns.
Aber es liegt an uns, es für alle Lebewesen in Gottes Schöpfung erfahrbar und lebendig zu machen.
Bernhard Wibben








