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Maifelder Thesen zum Sonntag

Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest

– Maifelder Thesen zum Sonntag –

Das Presbyterium wendet sich gegen die Tendenz in unserer Gesellschaft, den Sonntag als herausgehobenen Tag der Woche verschwinden zu lassen. Es sieht in Sonntagsarbeit, verkaufsoffenen Sonntagen und anderem eine Aushöhlung von Gottes Gebot und damit auch einen Angriff gegen ein grundlegendes Menschenrecht.


Die folgenden Thesen sollen unsere Haltung untermauern:

1) Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbat und heiligte ihn. (Ex 20,11)

Die regelmäßige Ruhe ist nach der Bibel ein wesentlicher Bestandteil der Schöpfung. Der für alle Menschen in einer Gesellschaft geltende gemeinsame Ruhetag in der Woche ist ein für menschliche Gesellschaften unverzichtbares Geschenk. Ausschlafen, Ausruhen, einmal in der Woche eine Auszeit genießen, das macht unser Leben lebenswert.

Wir wenden uns gegen die falsche Gewohnheit, den Lärm, die Hektik und die Ruhelosigkeit des Arbeitslebens und der Wochentage mit auf den Sonntag zu übertragen und so den Sonntag zu einem von den anderen Tagen nicht unterscheidbaren Tag zu machen.

2) Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht der Fremdling, der in deiner Stadt wohnt. (Ex 20,10)

Die regelmäßige Arbeitsruhe gemeinsam mit allen Menschen in der Gesellschaft ist eine wichtige Bedingung und damit die Ermöglichung von Gemeinschaft. Der Sonntag bietet unverzichtbare Zeit für Freunde, für Familie, für Gottesdienste, für gemeinsames Nachdenken.

Wir wenden uns gegen die fortschreitende Tendenz zur Individualisierung in unserer Gesellschaft. Diese wird durch verkaufsoffene Sonntage weiter vorangetrieben. Statt tatsächlicher Begegnung zwischen Menschen tritt hier der äußere Schein von Gemeinschaft.

3) …auf dass dein Knecht und deine Magd ruhen gleich wie du. Denn du sollst daran denken, dass auch du Knecht in Ägyptenland warst und der Herr, dein Gott, dich von dort herausgeführt hat mit mächtiger Hand und ausgerecktem Arm. (Deut 5,14+15)

Die regelmäßige Arbeitsruhe gemeinsam mit allen Menschen in der Gesellschaft ist erst die Ermöglichung von Freiheit. Sie schafft einen Freiraum für alle Menschen, den sie selbstbestimmt und ohne Zwang gestalten können.

Wir wenden uns gegen die fortschreitende und selbstverständliche Ausweitung der Sonntagsarbeit. Die Zwänge der Wochentage werden so auf den Sonntag übertragen.

4) Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen. Freuet euch und seid fröhlich über das, was ich schaffe. Sie werden Häuser bauen und bewohnen, sie werden Weinberge pflanzen und ihre Früchte essen. (Jes 65,17.18.21)

So wie unsere jüdischen Geschwister den Sabbat verstehen wir den Sonntag als zeichenhafte Vorwegnahme des Friedens, den Gott uns versprochen hat. Dies drückt sich in den Aspekten Ruhe, Gemeinschaft, Selbstbestimmung und Freiheit aus. Die Feierlichkeit unseres Tuns am Sonntag weist uns darauf hin.

Wir wenden uns dagegen, dass die Sachzwänge des Alltags den Sonntag verändern. So wird für uns die Feier des Lebens, die für uns unverzichtbarer Glaubens- und Lebensinhalt ist, geschmälert oder sogar verhindert.

Im Februar 2009

Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Maifeld


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Die heutige Losung

HERR, sei mir gnädig! Heile mich; denn ich habe an dir gesündigt.

Psalm 41,5

Paulus schreibt: Ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, dass ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen.

1. Korinther 15,9-10